Am 31. Oktober feiern wir nicht nur den Reformationstag, sondern in Friedewald traditionell auch Tauferinnerungsgottesdienst. Bei diesem feierlichen Gottesdienst werden alle Familien, die innerhalb des letzten Jahres ihr Kind haben taufen lassen, eingeladen. Sie haben Gelegenheit noch einmal an diesen besonderen Tag der Taufe zurückzudenken. Natürlich sind auch alle anderen Mitglieder der Gemeinde herzlich willkommen in der Kirche!

Im letzten Jahr wurden in Friedewald insgesamt 16 Kinder getauft. Einige Familien waren der persönlichen Einladung von Pfarrerin Julia Kaiser gerne gefolgt und kamen – vielfach auch gemeinsam mit Geschwisterkindern, Großeltern und Paten, um noch einmal die Taufkerze anzuzünden.

Neben dem Altar schwebten 16 Helium-Luftballons. Auf den weißen Ballons waren in goldener Farbe eine Kerze, ein Kreuz und eine Taube zu sehen.

In ihrer Predigt erklärte Julia die Bedeutung dieser drei Symbole für die Taufe folgendermaßen:

Wenn man eine Kerze anzündet, dann wird es hell in dieser Welt.

Die Kerze steht für Jesus Christus, der gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
Die Kerze hat etwas mit der Taufzusage zu tun: Du bist ein einmaliges Geschöpf Gottes. Durch dich kann es auf der Welt hell werden.

Nach der Taufe bekommen alle ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Das Kreuzzeichen sagt – verbunden mit dem Taufwasser – „Du kannst immer wieder neu beginnen.“

Das Kreuz steht für Jesus Christus, der alle Dinge, die wir im Leben getan haben und tun werden, auf sich geladen hat, damit wir getrost leben können und jeden Tag die Chance haben, es richtig zu machen.

Als Jesus getauft wurde, wird in der Bibel erzählt, kam der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herab. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen."

Genau das passiert in der Taufe auch. Gott spricht uns zu: „Du gehörst zu mir, du bist gesegnet - vom Anfang bis zum Ende.“

Bevor die Tauffamilien noch einmal den Segen bekamen, durfte sich jedes Kind einen Ballon aussuchen. Unten an der Schnur waren kleine Instrumente befestigt. Die neuen Rasseln, Schellen, Glocken und Triangeln durfte das „kleine Orchester“ bei der anschließenden Fürbitte gleich ausprobieren. Und so wurden die Bitten unserer Pfarrerin von der ganzen Gemeinde – mit Worten und Musik – lautstark erwidert.

Dieser Gottesdienst hätte unserem Reformator Martin Luther sicher gut gefallen. Eine lebendige und moderne Kirche – dafür hat er sich schon vor über 500 Jahren stark gemacht.

(Natascha Riebold)

 




(Bilder: Natascha Riebold und Nicole Kaiser)